Es mag auf den ersten Blick überraschend klingen, doch Dein Kiefergelenk (TMJ) und Dein Becken stehen in einer direkten, faszialen Wechselbeziehung. In der Osteopathie und Faszientherapie sprechen wir oft von der sogenannten Kiefer-Becken-Schaukel. Das bedeutet: Spannungen im Kieferbereich, oft ausgelöst durch Zähneknirschen oder Stress, übertragen sich über fasziale Ketten unmittelbar auf den Beckenboden und die Hüftmuskulatur – und umgekehrt. Wer unter chronischen Rückenschmerzen, ISG-Blockaden oder Beckenschiefstand leidet, findet die Lösung oft nicht nur im unteren Rücken, sondern in der Entspannung der Kaumuskulatur. Diese Verbindung ist so stark, dass eine Korrektur im Kiefer oft eine sofortige Verbesserung der Beweglichkeit in der Hüfte bewirken kann.
Tipps rund um die Fasziengesundheit
Kiefer & Becken: Fasziale Fernwirkung
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Narbenfaszien & Verklebungen: Unsichtbarer Schmerz
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Eine Narbe ist weit mehr als nur ein optisches Überbleibsel einer Verletzung oder Operation. Aus faszialer Sicht ist eine Narbe ein massiver Eingriff in das dynamische Spannungsnetzwerk des menschlichen Körpers. Während gesundes Fasziengewebe durch eine gitterartige, elastische Struktur und eine hohe Gleitfähigkeit besticht, gleicht Narbengewebe einem starren, ungeordneten Flicken, der die natürliche Kommunikation und Beweglichkeit der Gewebeschichten unterbricht. Besonders viszerale Narben im Bauchraum – wie sie nach Blinddarm-Operationen, Kaiserschnitten oder komplexen Eingriffen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen entstehen – können weitreichende biomechanische Folgen haben. Sie wirken wie ein permanenter, unnachgiebiger Ankerpunkt, der das umliegende Fasziensystem unter Dauerspannung setzt und Schmerzen an völlig anderen Körperstellen wie dem unteren Rücken, der Hüfte oder sogar im Nackenbereich auslösen kann.
Plantarfaszie & Fersensporn: Fuß als Fundament
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Der Fuß ist unser Fundament, der erste Kontaktpunkt zur Erde und der primäre Stoßdämpfer unseres Körpers. Er besteht aus 26 Knochen, 33 Gelenken und über 100 Sehnen, Muskeln und Bändern. Doch die wichtigste Struktur für Stabilität und Stoßdämpfung ist die Plantarfaszie, ein straffes Bindegewebsband, das die Ferse mit den Zehen verbindet und das Fußgewölbe hält. Ist diese Faszie chronisch überlastet, verklebt oder entzündet (Plantarfasziitis), wird die gesamte oberflächliche hintere Faszienkette – von der Wade über die Kniekehle, das Gesäß bis in den Rücken – in Mitleidenschaft gezogen. Als Faszientherapeut sehe ich oft, dass ein hartnäckiger Fersensporn oder Fußschmerz der unerkannte Auslöser für Hüft- oder therapieresistenten Rückenschmerz ist.
Faszialer Engpass: Schulter & Arm
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Kribbeln in den Fingern, ein brennender Schmerz entlang des Arms, Taubheit in der Hand oder eine hartnäckige Schultersteifigkeit – diese Symptome werden oft als lokale Probleme des Ellenbogens oder der Hand abgetan. Doch als Faszientherapeut weiß ich: Die wahre Ursache liegt fast immer in einem faszialen Engpass zwischen Hals und Achselhöhle. Der gesamte Nerven- und Gefäßstrang, der den Arm versorgt (der Plexus Brachialis), muss durch extrem enge Korridore im Brust- und Nackenbereich hindurch. Ist die umgebende Faszie verspannt oder verklebt, entsteht ein massiver Druck. Dieses Phänomen ist als Thoracic Outlet Syndrom (TOS) bekannt und lässt sich hervorragend mit gezielter Faszienarbeit lösen.




